Welche ersten Untersuchungen sollte ein Paar mit Unfruchtbarkeit durchführen lassen?

26 / 02 / 2026

Wenn ein Paar nach einer Zeit regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger wird, kann eine frühzeitige Fruchtbarkeitsuntersuchung mögliche Ursachen identifizieren und unnötige Verzögerungen vermeiden, insbesondere wenn Zeit ein wichtiger Faktor ist.

Eine gut strukturierte grundlegende Erstuntersuchung liefert wichtige Informationen, um von Anfang an klare Entscheidungen treffen zu können.

Wann wird empfohlen, eine Fruchtbarkeitsuntersuchung zu beginnen?

Im Allgemeinen wird empfohlen, einen Fertilitätsspezialisten aufzusuchen, wenn nach 12 Monaten erfolgloser Versuche keine Schwangerschaft eingetreten ist. Bei Frauen über 38 Jahren oder bei Vorliegen einer medizinischen Vorgeschichte, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte, verkürzt sich dieser Zeitraum in der Regel auf 6 Monate.

In jedem Fall muss der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Untersuchungen individuell beurteilt werden.

Das ärztliche Gespräch

Die Fruchtbarkeitsuntersuchung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch mit dem Spezialisten bzw. der Spezialistin. In diesem Gespräch werden die medizinische und reproduktive Vorgeschichte beider Partner evaluiert.

Bei der Frau werden Aspekte wie die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus, gynäkologische Vorerkrankungen, frühere Schwangerschaften, Operationen, mögliche hormonelle Veränderungen und Lebensgewohnheiten analysiert. Beim Mann werden Faktoren bewertet, die die Qualität des Spermas beeinflussen können.

Diese Informationen sind entscheidend für die Entscheidung, welche Tests in jedem Einzelfall erforderlich sind.

Erste Untersuchungen bei der Frau

Die grundlegenden Untersuchungen bei der Frau zielen darauf ab, sowohl die Funktion der Eierstöcke als auch den Zustand des Fortpflanzungssystems zu beurteilen.

Die Hormonanalyse gibt Aufschluss über die Funktion des Hormonsystems und ermöglicht eine Einschätzung der Eizellreserve . Sie umfasst in der Regel die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AMH), einem wichtigen Marker für die Anzahl der verfügbaren Eizellen, sowie anderer Hormone wie FSH und Östradiol, welche Aufschluss über die Reaktion der Eierstöcke geben. In einigen Fällen werden auch LH, Prolaktin und Schilddrüsenhormone untersucht, da Veränderungen dieser Werte den Eisprung und die Fähigkeit, schwanger zu werden, beeinflussen können.

Die transvaginale Ultraschalluntersuchung ist ein einfacher und gängiger Test, mit dem die Gebärmutter und die Eierstöcke untersucht werden. Mit diesem Ultraschall lassen sich Veränderungen wie Myome oder Polypen erkennen und die Anzahl der Antralfollikel bestimmen, eine wichtige Information für die Einschätzung der Eizellreserve.

In einigen Fällen, und je nach den ersten Befunden bzw. der Vorgeschichte der Patientin, können zusätzliche Untersuchungen anfallen, um die Gebärmutter und die Eileiter genauer zu untersuchen. Dazu gehört die Hysteroskopie, mit der das Innere der Gebärmutter sichtbar gemacht wird. Dadurch können mögliche Veränderungen erkannt werden, welche die Einnistung beeinträchtigen könnten. Weiters gibt es die HyFoSy, eine Ultraschalluntersuchung, mit der überprüft wird, ob die Eileiter durchgängig sind.

Diese Untersuchungen sind nicht immer von Anfang an notwendig, können jedoch relevante Informationen liefern, um die Gesamtuntersuchung zu vervollständigen und die Behandlung zu bestimmen, welche am besten geeignet ist.

Erste Untersuchungen beim Mann

Das Spermiogramm ist der grundlegende Test zur Beurteilung der männlichen Fruchtbarkeit. Es analysiert Eigenschaften des Samens wie Menge, Beweglichkeit und Form der Spermien.

Da der männliche Faktor in einem erheblichen Prozentsatz der Fälle von Unfruchtbarkeit eine Rolle spielt, ist seine frühzeitige Untersuchung sehr wichtig, um Entscheidungen zu treffen und unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

Warum ist es wichtig, diese Untersuchungen von Anfang an durchzuführen?

Eine umfassende Erstuntersuchung ermöglicht es, hormonelle, strukturelle oder mit der Spermienqualität zusammenhängende Veränderungen zu erkennen, die eine Schwangerschaft erschweren können. Darüber hinaus können so die nächsten Schritte klarer definiert werden; sei es die Durchführung weiterer Tests, die Einleitung einer spezifischen Behandlung oder die Bewertung von Techniken der assistierten Reproduktion.

Bei Barcelona IVF wird die Erstuntersuchung als ein wichtiges Instrument angesehen, um das Paar von Anfang an zu begleiten und ihm klare Informationen, individuelle Entscheidungen und einen auf jede Situation zugeschnittenen Plan zu bieten.

Dr. Cristina Guix
Gynäkologin und Expertin für Fertilität bei Barcelona IVF

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