Kann ich mich trotz einer HPV-Infektion einer IVF oder künstlichen Befruchtung unterziehen?

05 / 03 / 2026

Ein positives Testergebnis auf das humane Papillomavirus (HPV) kann viele Fragen aufwerfen – insbesondere, wenn Sie kurz vor dem Beginn einer assistierten Reproduktionsbehandlung stehen. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen oder verunsichert zu fühlen. In den meisten Fällen stellt eine HPV-Diagnose jedoch kein Hindernis für den Beginn oder die Fortsetzung einer Kinderwunschbehandlung dar.

Was ist HPV und warum ist es so häufig?

HPV gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Schätzungen zufolge infizieren sich bis zu 80 % der sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens mit dem Virus.

In vielen Fällen bleibt die Infektion unbemerkt, da sie keine Symptome verursacht und das Immunsystem das Virus häufig innerhalb einiger Monate bis weniger Jahre selbstständig eliminiert.

Es sind mehr als 200 HPV-Typen bekannt, die je nach Risikopotenzial unterschieden werden:

  • Niedrigrisiko-HPV-Typen, die hauptsächlich mit dem Auftreten von Genitalwarzen assoziiert sind.
  • Hochrisiko-HPV-Typen, die Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen können und – wenn sie unbehandelt bleiben – das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen.

Beeinträchtigt HPV die Fruchtbarkeit?

Grundsätzlich bedeutet eine HPV-Infektion nicht, dass eine Schwangerschaft – weder auf natürlichem Weg noch durch assistierte Reproduktion – unmöglich ist.

Entscheidend ist nicht allein das Vorhandensein des Virus, sondern der Zustand des Gebärmutterhalses sowie die Ergebnisse der gynäkologischen Kontrolluntersuchungen.

Ist eine Insemination oder In-vitro-Fertilisation (IVF) bei Patientinnen mit HPV möglich?

In den meisten Fällen sind sowohl eine Insemination als auch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) bei Patientinnen mit HPV möglich. Wie bei allen Behandlungen der assistierten Reproduktion wird die Entscheidung individuell und unter Berücksichtigung der jeweiligen klinischen Situation getroffen.

Vor Beginn der Behandlung werden unter anderem folgende Faktoren bewertet:

  • Der HPV-Typ und das damit verbundene Risikoprofil
  • Das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von zervikalen Läsionen oder auffälligen zytologischen Befunden
  • Die gynäkologische und reproduktive Vorgeschichte
  • Die reproduktive Dringlichkeit, beispielsweise bei verminderter ovarieller Reserve oder fortgeschrittenem maternalen Alter

Kann HPV den Behandlungserfolg beeinflussen?

Die derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Daten sind nicht eindeutig. Einige Studien deuten darauf hin, dass HPV in bestimmten klinischen Situationen Einfluss auf reproduktive Ergebnisse haben könnte, insgesamt gilt der Effekt jedoch nicht als klar belegt.

Daher liegt bei einem positiven HPV-Befund der Fokus auf einer sorgfältigen Kontrolle des Gebärmutterhalses und darauf, unnötige Verzögerungen zu vermeiden – insbesondere dann, wenn ein relevanter Zeitfaktor besteht.

Muss HPV vor einer Schwangerschaft behandelt werden?

Es gibt keine spezifische Therapie zur direkten Eliminierung des Virus nach einer Infektion. In den meisten Fällen wird HPV vom Immunsystem selbstständig bekämpft.

Behandlungs- oder kontrollbedürftig sind jedoch mögliche Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Eine regelmäßige gynäkologische Nachsorge gemäß den medizinischen Empfehlungen ist daher entscheidend.

HPV ist weit verbreitet und stellt in der Regel kein Hindernis für den Beginn einer assistierten Reproduktionsbehandlung dar. Entscheidend ist eine individuelle Bewertung der Situation und eine angemessene gynäkologische Betreuung.

Bei Barcelona IVF begleiten wir unsere Patientinnen mit klaren Informationen, medizinischer Sicherheit und einem individuell abgestimmten Behandlungsplan  damit sie diesen Weg mit Vertrauen und Zuversicht gehen können.

Dr. Cristina Guix
Gynäkologin und Expertin für Fertilität bei Barcelona IVF

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