Endometriose: Lernen Sie, ihre Symptome zu erkennen

Die Endometriose ist eine häufige Erkrankung, die die Lebensqualität und in einigen Fällen auch die Fruchtbarkeit vieler Frauen beeinträchtigen kann. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrifft sie etwa 10 % der Frauen im gebärfähigen Alter1. Zudem wird geschätzt, dass zwischen 25 % und 50 % der Frauen mit Infertilität an Endometriose leiden1,2.

Eines der Hauptprobleme dieser Pathologie ist ihre Diagnose, da sie sich mit einem breiten Spektrum an Symptomen präsentieren kann: von asymptomatischen Formen bis hin zu Krankheitsbildern, die den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine Erkrankung, die durch das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut-ähnlichem Gewebe (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter gekennzeichnet ist.

Das Endometrium ist das Gewebe, das die Innenseite der Gebärmutter auskleidet und in jedem Zyklus mit der Menstruation abgesoßen wird. Bei Frauen mit Endometriose kann sich dieses Gewebe in anderen Bereichen ansiedeln, wie zum Beispiel:

  • Den Eierstöcken
  • Den Eileitern
  • Dem Darm
  • Dem Bauchfell (Peritoneum)
  • Anderen Lokalisationen außerhalb der Beckenhöhle.

Je nach Lokalisation lassen sich zwei Arten von Endometriose unterscheiden:

  • Interne Endometriose, wenn sie Strukturen innerhalb der Beckenhöhle betrifft, wie die Eierstöcke oder das Myometrium.
  • Externe Endometriose, wenn sie in Organen außerhalb des Beckenbereichs auftritt.

Zudem kann sie in verschiedenen Formen auftreten:

  • Verstreute Herde (Implantate)
  • Knoten (Nodules)
  • Endometriome (Eierstockzysten)
  • Verwachsungen (Adhäsionen).

Symptome der Endometriose: Wie man sie erkennt

Die Symptome der Endometriose sind sehr unterschiedlich und hängen nicht immer direkt vom Ausmaß der Erkrankung ab. Es gibt jedoch eine Reihe von Anzeichen, die besonders häufig auftreten und die man kennen und richtig einordnen sollte.

Beckenschmerzen oder Krämpfe außerhalb der Menstruation

Schmerzen im Unterbauch außerhalb der Menstruationsperiode gehören zu den häufigen Symptomen. In einigen Fällen äußern sie sich als Eierstockschmerzen oder in Form von Krämpfen und können mit chronischen Entzündungsprozessen wie der Endometriose zusammenhängen.

Starke Menstruationsschmerzen

Starke Menstruationsschmerzen oder Dysmenorrhoe sind eines der charakteristischsten Symptome der Endometriose. Wenn die Menstruationsschmerzen den Alltag beeinträchtigen, sollten sie niemals als normal angesehen werden und erfordern eine ärztliche Abklärung.

Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) kommen häufig vor, insbesondere bei tieferen Formen der Erkrankung. Diese Schmerzen können während des Verkehrs oder in den Stunden danach auftreten.

Zwischenblutungen (Intermenstruelle Blutungen)

Blutungen außerhalb der regulären Periode sind zwar nicht notwendigerweise pathologisch, können aber ein weiteres Warnsignal sein. Wenn sie wiederholt auftreten und nicht mit einem nachvollziehbaren physiologischen Prozess (wie dem Eisprung) einhergehen, ist eine klinische Untersuchung ratsam.

Magen-Darm- und Harnwegsbeschwerden

Wenn die Endometriose umliegende Organe betrifft, können Schmerzen beim Stuhlgang, Durchfall oder Verstopfung sowie ein verstärkter Harndrang auftreten. Diese Symptome verstärken sich in der Regel während der Menstruation.

Es wichtig zu beachten, dass kein Symptom für sich allein eine Endometriose beweist. Ihr Auftreten, insbesondere wenn es anhaltend ist, rechtfertigt jedoch eine ärztliche Untersuchung.

Endometriose und Fruchtbarkeit

Die Endometriose ist eine der Hauptursachen für weibliche Infertilität. Sie kann die Fruchtbarkeit durch verschiedene Mechanismen beeinträchtigen, wie etwa durch die Störung der Eierstockfunktion, chronische Entzündungen im Beckenbereich oder die Erschwerung der Einnistung des Embryos. Aus diesem Grund ist es bei bestehendem unerfülltem Kinderwunsch wichtig, diese Pathologie auszuschließen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose der Endometriose basiert auf der Kombination aus der Krankengeschichte (Anamnese), der körperlichen Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Am häufigsten werden eingesetzt:

  • Gynäkologische Untersuchung
  • Transvaginaler Ultraschall
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Laparoskopie (Bauchspiegelung) in komplexeren Fällen.

Heutzutage werden nicht-invasive Techniken bevorzugt, sodass die Laparoskopie nur noch für ganz bestimmte Situationen reserviert ist.

Behandlungsmöglichkeiten bei Endometriose

Die Behandlung der Endometriose hängt von vielen Faktoren ab, wie der Intensität der Symptome, der Lokalisation der Herde, dem Alter der Patientin und dem Kinderwunsch.

  • Schmerztherapie mit Analgetika und Antiphlogistika (Entzündungshemmern).
  • Hormonelle Behandlung durch Verhütungsmittel, Gestagene oder GnRH-Analoga.
  • Chirurgische Behandlung mit dem Ziel, die Endometrioseherde zu entfernen.
  • Anwendungsverfahren der assistierten Reproduktion (Kinderwunschbehandlung), falls die Endometriose die Fruchtbarkeit beeinträchtigt.

Wie behandeln wir Endometriose bei Barcelona IVF?

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1. World Health Organization. Endometriosis [Internet]. Geneva: World Health Organization; 2023 [cited 2026 Mar 27]. Available from: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/endometriosis

2. ESHRE Guideline Group; Becker CM, Bokor A, Heikinheimo O, Horne A, Jansen F, Kiesel L, et al. ESHRE guideline: endometriosis. Hum Reprod Open. 2022;2022(2):hoac009. doi:10.1093/hropen/hoac009

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