Wenn man schwanger werden möchte, beginnt man in der Regel, den Menstruationszyklus genauer zu beobachten. Dabei stellen viele Frauen fest, dass ihre Regelblutung nicht immer dem gleichen Muster folgt und sowohl in der Häufigkeit als auch in der Dauer variiert.
In vielen Fällen wird eine unregelmäßige Menstruation als bloße „Belastung“ ohne größere Bedeutung angesehen. Im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit kann sie jedoch ein Hinweis darauf sein, dass etwas nicht optimal funktioniert, und somit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft beeinträchtigen.
Was gilt als unregelmäßiger Menstruationszyklus?
Aus medizinischer Sicht gilt ein Menstruationszyklus als unregelmäßig, wenn seine Dauer außerhalb des normalen Bereichs liegt und/oder von einem Zyklus zum nächsten zu stark variiert, ohne ein stabiles Muster aufzuweisen.
Es geht also nicht nur darum, dass die Menstruation manchmal verspätet eintritt. Wichtig ist, ob der Zyklus unvorhersehbar ist oder ob sich deutlich kürzere oder längere Zyklen als üblich wiederholen.
Zyklen außerhalb des normalen Bereichs
Bei den meisten erwachsenen Frauen dauert ein Menstruationszyklus zwischen 21 und 35 Tagen. Als unregelmäßig kann er daher angesehen werden, wenn die Zyklen weniger als 21 Tage (sehr kurze Zyklen) oder mehr als 35 Tage (sehr lange Zyklen) dauern.
Erhebliche Schwankungen zwischen den Zyklen
Selbst wenn die Zyklen innerhalb des normalen Bereichs liegen, können sie als unregelmäßig gelten, wenn sie sich von Monat zu Monat deutlich unterscheiden.
Beispielsweise werden geringe Schwankungen wie der Wechsel von einem 26-tägigen zu einem 28-tägigen Zyklus in der Regel als normal betrachtet. Von einer Unregelmäßigkeit spricht man hingegen, wenn stark wechselnde Muster auftreten, zum Beispiel 24-tägige, dann 35-tägige, danach 29-tägige und später 40-tägige Zyklen. In solchen Fällen kann der Zeitpunkt des Eisprungs schwerer vorherzusagen sein.
Kann man mit unregelmäßigen Zyklen schwanger werden?
Ja, viele Frauen mit unregelmäßiger Regelblutung werden schwanger. Der Unterschied besteht darin, dass bei unregelmäßigem oder ausbleibendem Eisprung die fruchtbaren Tage schwieriger zu bestimmen sind und in manchen Fällen medizinische Unterstützung erforderlich ist, um die Schwangerschaftschancen zu verbessern.
In der assistierten Reproduktion besteht der erste Schritt darin festzustellen, ob ein Eisprung stattfindet und welche Ursache der Zyklusstörung zugrunde liegt. Dazu werden unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt:
- Die Anamnese der Patientin sowie die Analyse ihres Menstruationszyklus
- Eine Hormonanalyse in Abhängigkeit vom Zykluszeitpunkt
- Eine transvaginale gynäkologische Ultraschalluntersuchung
- Gegebenenfalls die Beurteilung der ovariellen Reserve
Dieser Ansatz ermöglicht es, eine präzise Diagnose zu stellen und die jeweils am besten geeignete Behandlung festzulegen. Diese kann von Lebensstiländerungen über eine medikamentöse Ovulationsinduktion bis hin zu assistierten Reproduktionstechniken reichen.
Unregelmäßige Regelblutungen während der Phase des Kinderwunsches sind nicht zwangsläufig ein ernsthaftes Problem. Sie können jedoch ein Hinweis auf einen unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprung, hormonelle Dysbalancen oder andere zugrunde liegende Erkrankungen sein.
Die Regelmäßigkeit der Menstruation liefert wichtige Informationen über die Funktion des Ovulationszyklus und damit über die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft.
Dr. Cristina Guix
Gynäkologin und Expertin für Fertilität in Barcelona IVF