Erschweren polyzystische Ovarien eine Schwangerschaft? Unterschiede zum PEOMS

Polyzystische Ovarien, PEOMS und Schwangerschaft

Das polyzystische endokrine ovarielle metabolische Syndrom (PEOMS), früher als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bekannt, gehört zu den häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im reproduktiven Alter und ist eine der wichtigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit aufgrund von Ovulationsstörungen.

Obwohl beides häufig verwechselt wird, bedeutet das Vorliegen von Ovarien mit polyzystischem Erscheinungsbild nicht zwangsläufig, dass ein PEOMS besteht. Polyzystische Ovarien sind ein Ultraschallbefund, der für sich allein weder das Vorliegen dieses Syndroms bedeutet noch die Fruchtbarkeit bestimmt. PEOMS hingegen ist eine komplexe hormonelle und metabolische Störung, die den Eisprung beeinflussen kann.

In jedem Fall bedeutet PEOMS nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Mit einer geeigneten Diagnose und einer personalisierten Behandlung erreichen viele Frauen eine Schwangerschaft, sowohl auf natürlichem Weg als auch mithilfe von Verfahren der assistierten Reproduktion.

Warum wurde PCOS in PEOMS umbenannt?

Das polyzystische endokrine ovarielle metabolische Syndrom (PEOMS) ist eine komplexe hormonelle und metabolische Störung, die die Funktion der Ovarien, den Eisprung und den Menstruationszyklus verändern kann.

Bis vor Kurzem war es als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bekannt. Dieser Name spiegelte jedoch die Komplexität der Erkrankung nicht wider. Aus diesem Grund veröffentlichte im Mai 2026 eine internationale Koalition aus 56 wissenschaftlichen, klinischen und Patientenorganisationen in The Lancet einen Konsens zur Aktualisierung der Bezeichnung.

Der Begriff PEOMS bringt genauer zum Ausdruck, dass es sich um eine komplexe hormonelle, metabolische und endokrine Störung handelt und nicht nur um eine Veränderung des Aussehens der Ovarien. Dennoch werden beide Bezeichnungen noch eine Zeit lang parallel verwendet, weshalb der Begriff PCOS weiterhin häufig anzutreffen sein wird.

Welche Symptome hat PEOMS?

Die Symptome können von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Einige Frauen zeigen bereits in der Jugend deutliche Anzeichen, während andere die Diagnose erst im Rahmen einer Fruchtbarkeitsuntersuchung erhalten.

Die häufigsten Anzeichen und Symptome sind:

  • Unregelmäßige Menstruationszyklen oder Ausbleiben der Menstruation.
  • Unregelmäßiger Eisprung oder Ausbleiben des Eisprungs.
  • Anzeichen von Hyperandrogenismus wie Akne, vermehrte Körperbehaarung oder Haarausfall.
  • Polyzystische Ovarialmorphologie im Ultraschall.
  • Bei einigen Frauen Übergewicht oder Insulinresistenz.

Wie beeinflusst PEOMS die Fruchtbarkeit?

Die Hauptursache der mit PEOMS verbundenen Unfruchtbarkeit ist die Störung des Eisprungs.

Bei vielen Frauen mit PEOMS beginnen die Follikel sich zu entwickeln, erreichen jedoch nicht die notwendige Reifung, um eine Eizelle freizusetzen. Infolgedessen kann der Eisprung seltener oder in manchen Zyklen gar nicht stattfinden, was die Schwangerschaftschancen verringert.

Dennoch bedeutet PEOMS nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Viele Frauen werden spontan schwanger, und wenn nötig können Verfahren der assistierten Reproduktion die Erfolgschancen individuell erhöhen.

Wie wird PEOMS bei Kinderwunsch behandelt?

Die Behandlung hängt von den Eigenschaften jeder Frau und ihren reproduktiven Zielen ab.

  • Bei Übergewicht oder Adipositas besteht die erste Maßnahme in der Regel darin, gesunde Lebensgewohnheiten anzunehmen. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität können die Wiederherstellung des Eisprungs fördern und die Schwangerschaftschancen erhöhen. Bei einigen Patientinnen mit Insulinresistenz kann der Spezialist auch eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten erwägen.
  • Wenn auf natürlichem Weg keine Schwangerschaft eintritt, besteht der nächste Schritt meist darin, den Eisprung medikamentös auszulösen. Ziel ist es, die Entwicklung und Freisetzung einer reifen Eizelle zu fördern, um die Empfängnischancen zu erhöhen.
  • Wenn die Ovulationsinduktion nicht ausreicht oder weitere Unfruchtbarkeitsfaktoren bestehen, können Verfahren der assistierten Reproduktion wie die künstliche Insemination oder die In-Vitro-Befruchtung (IVF) angezeigt sein. Die Wahl hängt stets von den Eigenschaften der jeweiligen Patientin und der Beurteilung durch den Spezialisten ab.

Häufig gestellte Fragen

Ist das polyzystische endokrine ovarielle metabolische Syndrom (PEOMS) dasselbe wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)?

Ja. PEOMS ist die neue Bezeichnung, die nach einem internationalen Konsens für die Erkrankung eingeführt wurde, die traditionell als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bekannt war. Auch wenn sich der Name geändert hat, werden beide Begriffe noch eine Zeit lang verwendet werden.

Bedeutet das Vorliegen polyzystischer Ovarien, dass ich PEOMS habe?

Nein. Ovarien mit polyzystischem Erscheinungsbild im Ultraschall bedeuten nicht zwangsläufig, dass dieses Syndrom vorliegt. Für die Diagnose müssen Symptome, hormonelle Veränderungen und weitere klinische Kriterien gemeinsam bewertet werden.

Kann man mit PEOMS schwanger werden?

Ja. Auch wenn PEOMS den Eisprung erschweren und die Schwangerschaftschancen verringern kann, erreichen viele Frauen eine Schwangerschaft, entweder spontan oder mithilfe von Behandlungen der assistierten Reproduktion.

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