Welche Unterleibsschmerzen sind normal und welche geben im Hinblick auf Fruchtbarkeit Anlass zur Sorge?

28 / 01 / 2026

Unterleibsschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom bei Frauen im gebärfähigen Alter. Oft werden sie als „normal“ im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus interpretiert oder heruntergespielt, sogar wenn sie den Alltag einschränken. Schmerzen sollten jedoch niemals als normal angesehen werden, insbesondere im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit.

Die Identifizierung ihrer Ursache ist entscheidend, um bei der Diagnose möglicher Erkrankungen wie Endometriose, Adenomyose oder bestimmter Eierstockerkrankungen starke Verzögerungen zu vermeiden.

Welche Unterleibsschmerzen können als normal angesehen werden?

Während des Menstruationszyklus können hormonelle Veränderungen bestimmte Beschwerden verursachen, die als physiologisch angesehen werden. Dabei handelt es sich meistens um leichte, kurzzeitige Schmerzen, die die Lebensqualität nicht wesentlich beeinträchtigen.

Dazu gehören leichte bis mittelstarke Regelschmerzen. Zu Beginn der Menstruation sind ein Druckgefühl oder Beschwerden normal, aufgrund der Gebärmutterkontraktionen. Diese lassen sich mit gängigen Schmerzmitteln lindern und beeinträchtigen nicht die Ausübung alltäglicher Aktivitäten.

Auch Ovulationsschmerzen können als normal eingestuft werden. Manche Frauen verspüren etwa in der Mitte ihres Zyklus ein punktuelles Stechen oder Unbehagen auf einer Seite des Unterleibs, das mit dem Eisprung zusammenhängt.

Leichte prämenstruelle Beschwerden wie ein Schweregefühl, Blähungen oder eine gewisse Empfindlichkeit im Unterbauch gehören ebenfalls zu einem normalen Zyklus, sofern sie nicht stark oder anhaltend sind.

Welche Unterleibsschmerzen sollten Anlass zur Sorge geben?

Wenn die Unterleibsschmerzen stark und anhaltend sind oder mit anderen Symptomen wie Fieber oder abnormalem Ausfluss einhergehen, kann dies auf eine Erkrankung hinweisen, die untersucht werden sollte.

In Bezug auf die Fruchtbarkeit benötigt diese Art von Schmerzen besondere Aufmerksamkeit, da es einige Erkrankungen gibt, die mit Fruchtbarkeitsproblemen assoziiert werden.

Ein paar der Erkrankungen, die mit Unterleibsschmerzen einhergehen, sind:

  1. Endometriose:
    Endometriose äußert sich üblicherweise durch starke Menstruationsschmerzen, chronische Unterleibsschmerzen, Unannehmlichkeiten beim Geschlechtsverkehr und manchmal auch Schmerzen beim Toilettengang. Es handelt sich hier nicht um „normale” Schmerzen. Meistens verschlimmern sich die Symptome auch im Laufe der Zeit. Endometriose ist eine der Hauptursachen für weibliche Unfruchtbarkeit.
  2. Adenomyose:
    Adenomyose kennzeichnet sich durch sehr schmerzhafte und starke Regelblutungen, Druckgefühl im Beckenbereich und anhaltende Beschwerden. Sie ist weniger bekannt, kann aber auch die Gebärmutterfunktion beeinträchtigen und eine Schwangerschaft erschweren.
  3. Ovarialpathologie (Zysten, Ovarialtorsion)
    Ein plötzlicher starker oder einseitig lokalisierter Schmerz kann auf eine komplizierte Zyste oder eine Ovarialtorsion hinweisen – ein medizinischer Notfall, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
  4. Beckenentzündungen
    Wenn die Schmerzen mit Fieber, abnormalem Ausfluss oder allgemeinem Unwohlsein einhergehen, könnten sie mit einer Infektion zusammenhängen. Unbehandelt kann eine solche Infektion das Fortpflanzungssystem beeinträchtigen und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern.

Im Allgemeinen wird immer dann empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn: Die Schmerzen das tägliche Leben beeinträchtigen, sie zur Unterbrechung von Aktivitäten führen, sie nicht auf übliche Schmerzmittel ansprechen oder sie mit Schwierigkeiten, schwanger zu werden, assoziiert werden.

Bei Barcelona IVF werden Unterleibsschmerzen stets mit der gebotenen Sorgfalt behandelt, wobei eine klinische Untersuchung, fortschrittliche Diagnosetests und eine enge Begleitung jeder Patientin einbezogen werden. Wenn diese Symptome Teil deines Alltags sind oder du versuchst, schwanger zu werden, kann dir ein spezialisiertes Team helfen, Antworten zu finden und die nächsten Schritte zu planen.

Dr. Cristina Guix
Gynäkologin und Fertilitätsexpertin bei Barcelona IVF

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