IN VITRO BEFRUCHTUNG – IVB

Was ist eine In Vitro Befruchtung?

Bei einer In Vitro Befruchtung (IVB) wird die Eizelle durch ein Spermium im Labor befruchtet.

Eine In Vitro Befruchtung (IVB) besteht aus drei Phasen:

  • Eierstockstimulation
  • Die Entnahme der Eizellen für ihre spätere Befruchtung und anschließende Embryokultur
  • Einsetzen der Embryonen in den Uterus

In Vitro Befruchtung Schritt für Schritt

 

Welche Tests sind für eine In Vitro Befruchtung notwendig?

Für eine In Vitro Befruchtung (IVB) sind folgende diagnostische Tests notwendig:

  • Hormonanalyse, um die Eizellenreserve zu bestimmen. Das Anti-Müller-Hormon (AMH) kann zu jedem Zeitpunkt des Zyklus bestimmt werden, der FSH und Estradiolwert am dritten Tag des Zyklus.
  • Gynäkologischer Ultraschall, um eine Pathologie des Uterus und der Eierstöcke auszuschließen.
  • Blutuntersuchungen, um übertragbare Infektionskrankheiten auszuschließen.
  • Spermiogramm für die Einschätzung der Samenqualität. Ist das Sperma qualitativ nicht gut, sollten zusätzliche, andrologische Untersuchungen durchgeführt werden.
  • Karyotyp, um genetische Anomalien auszuschließen, die den Embryo beeinflussen könnten

Wie werden die Eierstöcke stimuliert?

Für eine erfolgreiche In Vitro Befruchtung (IVB) muss eine ausreichende Anzahl an Eizellen erhalten werden. Dies erzielt man, indem die Frau eine kontrollierte Eierstockstimulation, mit Hilfe von subkutanen Hormoninjektionen durchläuft.

Die Stärke der Stimulation wird individuell an die jeweilige Eizellenreserve angepasst. Während der Stimulation müssen die Eierstöcke durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen kontrolliert werden bis eine ausreichende Anzahl an gereiften Follikeln vorhanden ist. Dann wird die Ovulationsphase ausgelöst und 36 Stunden später die Eizellen entnommen.

Wie oft muss ich während der Eierstockstimulation in die Klinik kommen?

Zumeist sind nicht mehr als drei Ultraschalluntersuchungen notwendig, um die Eizellentnahme zu programmieren.

Wie werden die Eizellen erhalten?

Die Eizellentnahme findet durch eine Punktion der Eierstöcke statt, welche per Ultraschall überwacht wird. Es ist ein einfacher Eingriff, der ca. zehn Minuten dauert und unter Sedierung durchgeführt wird. Die Eizellentnahme ist nicht schmerzhaft, da die Frau während der gesamten Prozedur schläft. Da es sich um einen ambulanten Eingriff handelt, kann die Patientin einige Stunden nach der Eizellentnahme wieder nach Hause gehen.

Art des Spermas

Der Samen für eine In Vitro Befruchtung (IVB) kann sowohl vom Partner als auch vom Spender kommen.

Soll Spendersamen verwendet werden, so wird dieser, wie im Gesetz verlangt, nach maximaler phänotypischer Übereinstimmung mit den Patienten ausgesucht.

Wie wird das Sperma erhalten?

Zumeist wird das Sperma mittels Masturbation am Tag der Eizellentnahme erhalten. Sollte es notwendig sein, kann auch eine zuvor eingefrorene Samenprobe aufgetaut werden.

Eine weitere Möglichkeit, ist die Gewinnung von Spermien durch testikuläre Aspiration (TESA) oder durch eine testikuläre Biopsie (TESE). Beide Techniken werden dann angewandt, wenn sich keine Spermien im Ejakulat befinden.

Sollte eine Samenspende verwendet werden, ist diese immer gefroren.

Wie kommt es zur Befruchtung der Eizellen?

Die Befruchtung findet nach der Eizellentnahme im Labor statt. Die Techniken der Wahl sind entweder eine konventionelle Befruchtung oder eine Mikroinjektion des Spermiums (ICSI).

Heutzutage ist ICSI die meist angewandte Technik für die Befruchtung der Eizellen, insbesondere wenn es vorherige Fehlversuche bei der Befruchtung gab oder eine unzureichende Spermaqualität vorliegt. In allen weiteren Fällen, so es denn eine ausreichende Anzahl an reifen Eizellen gibt, kann auch eine konventionelle IVB stattfinden.

Was geschieht im Labor von der Eizellbefruchtung bis zum Embryotransfer?

Sind die Eizellen befruchtet, wird im Labor abgewartet und beobachtet. Nach 18-21 Stunden wird die korrekte Befruchtung überprüft und die Embryonen werden in dafür ausgerichteten Inkubatoren aufbewahrt, die ideale Bedingungen für ihr Wachstum bieten.

Die Entwicklung eines jeden einzelnen Embryos wird täglich analysiert, bis zum fünften Tag, an dem der Transfer in den Uterus der Patientin stattfindet. Die lange Kultur über fünf Tage hilft uns, die Embryonen (Blastozysten) auszuwählen, die die höchste Implantationskapazität zeigen und somit die Schwangerschaftschancen steigern.

Wie werden die Embryonen eingesetzt?

Der Embryotransfer ist ein einfacher Vorgang, der weder einen längeren Krankenhausaufenthalt noch eine Betäubung notwendig macht. Ein Katheter wird über den Gebärmutterhals eingeführt, um so die Embryonen im Uterus zu platzieren. Normalerweise werden ein bis zwei Embryonen eingesetzt, wobei der Trend zu einem Transfer von einem einzigen Embryo geht, um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu reduzieren.

Was geschieht mit den nicht verwendeten Embryonen?

Bleiben nach dem Transfer noch Embryonen guter Qualität übrig, so werden diese eingefroren.

Wie lange dauert der gesamte Vorgang?

Die Dauer einer In Vitro Befruchtung (IVB) hängt vom notwendigen Stimulationsprotokoll ab. Für ein kurzes Protokoll rechnen Sie mit ca. 15-17 Tagen. Wird ein langes Stimulationsprotokoll angewendet, so sind mit zusätzlichen 10-15 Tagen zur Vorbereitung zu rechnen.

Was muss nach dem Embryotransfer getan werden?

Nach dem Transfer muss die Progesteron Einnahme, die nach der Eizellentnahme begonnen wurde, fortgesetzt werden. Wenn alles gut verläuft, hat sich der Embryo bereits einige Stunden nach dem Einsetzen in den Uterus implantiert, obwohl wir dies erst am Tag des Schwangerschaftstest sicher wissen.

Kann ich während der Behandlung ein normales Alltagsleben führen?

Während der Behandlung wird empfohlen, ein ruhiges Alltagsleben zu führen und größere Anstrengungen und Sport zu vermeiden. Am Tag der Eizellentnahme sollte sich die Patientin danach zuhause ausruhen. Auch Geschlechtsverkehr sollte während dieser Zeit vermieden werden.

Kann ich etwas tun, um meine Erfolgschancen nach dem Embryotransfer zu erhöhen?

Oftmals fragt man sich, was man nach dem Einsetzten der Embryonen tun kann, um die Erfolgschancen zu steigern. Es gibt keine zusätzlichen Möglichkeiten, die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Sie können nur warten und hoffen, dass sich die Embryos korrekt einnisten und derweil ein, so weit möglich, normales und entspanntes Leben führen.

Wie oft kann ich eine IVB durchführen?

Idealerweise wartet man, bis die Eierstöcke wieder zu einem normalen Zyklus zurückgekehrt sind, bevor mit einer weiteren Stimulation für eine In Vitro Befruchtung begonnen wird. Es wird empfohlen, zwei Zyklen verstreichen zu lassen, bevor die Behandlung fortgesetzt wird.

Gibt es eine Höchstanzahl an IVB Versuchen?

Nein, es gibt keine Höchstanzahl an In Vitro Befruchtungen (IVB), dennoch sind es normalerweise nicht mehr als drei Zyklen. Es ist sinnvoll den gesamten Prozess nach jedem Zyklus, der keine Schwangerschaft zur Folge hatte, neu zu begutachten, um eventuell zusätzliche Tests zu veranlassen.

Kann eine IVB auch ohne Stimulation durchgeführt werden?

Eine In Vitro Befruchtung im natürlichen Zyklus wird in den Fällen gemacht, in denen es trotz vorheriger Behandlungen zu keiner Schwangerschaft kam und eine sehr schwache Reaktion auf die vorherigen Stimulationen vorlag. Das Ziel ist es hierbei, auf natürlichem Wege eine Eizelle zu erhalten. Diese Option hat recht niedrige Erfolgsaussichten und wird lediglich in den Fällen angewandt, in denen eine Eizellspende von den Patienten nicht in Erwägung gezogen wird.

Was muss ich tun, um die gefrorenen Embryonen eingesetzt zu bekommen?

Der Transfer von gefrorenen Embryonen benötigt lediglich eine ausreichende Dicke des Endometriums. Dafür wird eine orale oder transdermatologische (über die Haut) Hormontherapie angewandt, die mit Beginn des Zyklus startet. Einige Tage später wird überprüft, ob das Endometrium ausreichend vorbereitet ist und anschließend der Transfer entsprechend programmiert.

Die Embryonen werden am Tag des Embryotransfers aufgetaut. Sind sie von guter Qualität und zudem noch Blastozysten, so liegt ihre Überlebenschance bei über 90%.

Auch wenn die Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft mit gefrorenen Embryonen gut sind, so werden dennoch nicht jene, um 40% höhere Raten erreicht, die mit frischen Embryonen erlangt werden.

Wie lange können die Embryonen gefroren bleiben?

Die Embryonen können so lange gefroren bleiben, bis ihre weitere Verwendung unter Berücksichtigung des Gesetzes festgelegt wird. Die Gefrierzeit hat keinen Einfluss auf die Resultate.

Erfolgschancen

Die In Vitro Befruchtung (IVB) ist eine der besten verfügbaren Fruchtbarkeitsbehandlungen. Bei dieser hängen die Erfolgsraten in erster Linie vom Alter der Frau ab: bis zum 39. Lebensjahr sind die hoch, und ab diesem Alter nehmen sie kontinuierlich ab. Weitere Ergebnisse

Risiken der IVB

Die größten Risiken einer In Vitro Befruchtung (IVB) liegen in der Eierstockstimulation und der Eizellentnahme.

Durch die Eierstockstimulation kann es zu einem Hyperstimulationssyndrom kommen, wenn die Eierstöcke übermäßig auf die die Medikamente reagieren. Dieses Risiko ist jedoch sehr gering, da stets individuelle Protokolle angefertigt und befolgt werden.

Durch die Eizellentnahme kann es zu kleineren Blutungen kommen, die von allein versiegen. In Ausnahmefällen kann ein Eingriff notwendig sein, um diese zu stoppen.

Eine Mehrlingsschwangerschaft ist eine weitere Konsequenz der In Vitro Befruchtung (IVB). Jedoch ist der Transfer eines einzelnen Embryos sehr hilfreich dabei, die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften zu reduzieren.